Lara Liqueur

DJane Dresden

Autor: LaraLiqueur (Seite 1 von 6)

Ist Dresdens queere Partyszene tot?

Ist Dresdens queere Partyszene tot?Auf den Partys der sächsischen Landeshauptstadt hört man es immer wieder, manchmal fühlt es sich auch tatsächlich so an. Vielerorts meinen die Leute, die queere Partyszene Dresdens würde aussterben. Ich als fester Bestandteil dieser Szene habe schon lange gemerkt, dass das Potential für schwule und lesbische Events immer weiter sinkt. Heute möchte ich aber mal direkt analysieren: welche queeren Partys gibt es in Dresden tatsächlich noch? Wo können queere Menschen mit ihren Freunden feiern? (Bitte nimm im Anschluss an das Lesen dieses Artikels an der zugehörigen Umfrage teil.)

Natürlich ist die queere Partyszene in Dresden nicht komplett tot. Wir haben 9 regelmäßige Veranstaltungsreihen. (Ich hoffe, ich habe keine vergessen. Wenn doch, schreibt mir einfach eine Mail, damit ich die fehlenden Veranstaltungen ergänzen kann.) Für diese Auflistung habe ich die Veranstaltungen – der Fairness halber – alphabetisch geordnet.

Als erstes kommt eine Veranstaltung, die man eigentlich nicht als eigenständige Partyreihe bezeichnen kann. Da sie aber jeden Monat unglaublich viele Menschen bewegt und sich fest etabliert hat, möchte ich sie nicht unerwähnt lassen. Die Rede ist von der Boys Karaokeparty. Jeden Monat findet das fröhliche Laien-Singen in der Boys Bar auf der Alaunstraße statt, immer wieder platzt der Laden dabei aus allen Nähten.  Das Karaoke funktioniert, weiß nicht nur die Boys Bar. Das Konzept der Karaoke findet sich auch innerhalb der queeren Szene auf der sHe-Party wieder, auf die ich im späteren Verlauf eingehen werde. Muntere Singen wechselt sich auf diesem Event mit kurzen DJ-Blöcken ab. Das Publikum mischt sich hier gut aus Schwulen, Lesben und deren Freunden.

Weiter geht es mit der Party, die in Dresden momentan die meisten Menschen bewegt. Die Boytox, welche mittlerweile im vierten Jahr im Gisela.Club läuft, arbeitet mit einem 2-Floor-Konzept. Im Wohnzimmer gibt es Popmusik, in der Garage laufen elektronische Beats. Besonders ist hierbei, dass die Party sich besonders stark mit den Initiatoren Nick Martinez und Tiffy van Kay verwoben hat. Ohne die beiden wäre eine Boytox undenkbar, vom Charme beider profitiert auch die Party. Hier sind die Gäste überwiegend männlich.

Party Nummer drei gibt es schon seit 20 Jahren. Die Disco WoAnders findet jeden Monat im Studentenclub Bärenzwinger statt. Sie richtet sich – schon alleine durch den Club und die Getränkepreise – an ein studentisches Publikum, wird aber auch von Popmusik-Liebhabern gerne besucht. In den letzten Jahren hat sich die DW immer mehr zum Familientreffen entwickelt. Getanzt wird auf einem Floor, das Publikum ist hauptsächlich männlich.

Der Girls Club hat sich ebenfalls über die Jahre etabliert. Im Neustadtclub Lofthouse finden sich hier in unregelmäßigen Abständen die Lesben und deren Freunde zusammen. Auf einem großen Floor kann hier zu allem was Spaß macht getanzt werden. Durch die relativ unregelmäßige und seltene Ausrichtung dieses Events kommt hier ein großer Teil des lesbischen Partyvolks zusammen.

Die Love Celebration ist erst seit kurzem wieder in Dresden am Start. In Abständen von zwei Monaten soll das Event nun im Eventwerk statt finden, bis jetzt gab es zwei Ausgaben. Da das Konzept durch den frischen Start noch in der Entwicklung steckt, kann ich keine genauen Angaben zum Partyumfang machen, zuletzt wurde mit zwei Floors (Mainfloor mit Pop und Dance, Electrofloor) gearbeitet, das Publikum war überwegend männlich und schwul. Da die Love Celebration noch relativ neu zurück am Markt ist, bieten sich hier viele Chancen, die Party mit zu gestalten und die weitere Entwicklung zu beeinflussen.

Ebenfalls im Eventwerk und seit mittlerweilen 10 Jahren existent ist die sHe-Party. Auf 2 Floors (Mainfloor mit Pop, Dance & RnB und Karaokefloor) feiern hier Schwule und Lesben gleichermaßen exzessiv. Nachdem die Party in der Vergangenheit viele Clubwechsel und schwankende Besucherzahlen belastet haben, hat sie nun seit einiger Zeit einen festen Platz innerhalb der Szene gewonnen und ist nach der Boytox die zweiterfolgreichste kommerzielle Veranstaltung.

Die the Art of rEVOLution ist eine eher unkommerzielle Undergroundparty, die seit einigen Jahren im Sabotage Dresden statt findet. Auch hier sind Schwule und Lesben gleichermaßen vertreten, die Musikauswahl und der Flooraufbau ändern sich regelmäßig, außerdem sind auch Kunst und Gestaltung ein wesentliches Stilelement der Veranstaltungsreihe. Wo die Party allerdings nach der Schließung des Sabotage weiterfeiern wird, konnte ich nicht recherchieren.

Ein wichtiger Teil der queeren Szene ist nach wie vor die Think Pink, früher einmal die größte Party der Schwulenszene. Heute findet sie leider nur noch unregelmäßig statt. Bestechend sind dabei die Getränkepreise (1 € / Drink) und das Lineup (regionale und überregionale DJs aus dem elektronischen Bereich und dem Popbereich). Einen festen Club hat die Think Pink dabei schon lange nicht mehr, trotzdem begeistert sie nach wie vor sowohl Schwule als auch Lesben.

Zu guter letzt möchte ich auch die XXY_ noch erwähnen, eine Partyreihe, die ich selber leider bisher noch nicht besucht habe. Sie fand bislang im TBA am Bahnhof Neustadt statt, die nächste Veranstaltung ist im objekt klein a geplant. Leider kann ich euch über diese Party nicht viel sagen, da ich – wie bereits erwähnt – selber noch nicht da war.

Ihr merkt es selber: 9 mehr oder weniger regelmäßige Partyreihen hat die queere Partyszene in Dresden immer noch. Wie ist die Szene für euch? Verratet es mir gerne in dieser kurzen Umfrage.

SängerInnen gesucht!

KaraokemeisterschaftAm 5. Oktober ist es wieder so weit: die große Karaokemeisterschaft aller Klassen findet wieder statt. Vor einer 3-köpfigen Jury dürfen Karaokefans und SängerInnen ihr Talent unter Beweis stellen. Bei der von Dj Pinselbube und Dj Gussfehler geleiteten Show in Rosi’s Amüsierlokal treten circa 20 leidenschaftliche VokalistInnen gegeneinander an. Teilnehmen darf jede/jeder, der sich vorher angemeldet hat. Dies ist über die Karaokeveranstaltungen im Luden und im Hellmuts oder per Facebooknachricht an Pinselbube möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro, diese kann allerdings am Abend komplett wieder vertrunken werden und soll nur das zuverlässige Erscheinen sichern.  In der Jury sitzen Sophia Venus, D3!C und meine Wenigkeit. Alle Fakten im Überblick:

  • 5. Oktober ab 21 Uhr @ Rosi’s Amüsierlokal
  • ZuschauerInnen: Eintritt frei; Teilnahmegebühr 10 Euro, diese können komplett vertrunken werden
  • jede/r SängerIn singt seine/ihre 2 Lieblingslieder (Vorlauf / Finale)
  • die Jury (Sophia Venus, DJ D3!C und Lara Liqueur) vergibt Punkte
  • freies Singen für KandidatInnen und ZuschauerInnen nach dem Wettbewerb

Ich freue mich auf euer zahlreiches Erscheinen! zum Facebookevent

CSD Spezial: Fixie Fate

Eine der beiden offiziellen Abschlusspartys zum CSD Dresden im Jahr 2017 ist die sHe-Party, bei der auch die Berliner Drag Queen Fixie Fate auflegen wird. Ich habe mich mit Fixie unterhalten und heraus gefunden, was sie von Dresden erwartet.


Fixie FateHallo Fixie Fate. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, dich mit mir über den CSD Dresden zu unterhalten. Zu allererst: wer bist du, was machst du und wofür kennt man dich?

Hallo meine Lieben. Mein Name ist Fixie Fate, ich bin Showgirl und DJane aus Berlin. Mir hängt in der Hauptstadt der Ruf der besten Bläserin hinterher, warum weiß ich nicht.

Du spielst im Umfeld des Dresdner Christopher Street Day bei der sHe Party. Was erwartest du von dieser Veranstaltung und worauf freust du dich am meisten?

Da ich ja nicht die normalen Transen-Popsongs spiele, erwarte ich natürlich eine komplett volle Tanzfläche und freue mich schon total auf das Set mit Destiny Drescher zusammen.

Was verbindest du mit Dresden im Bezug auf die Stadt und ihre Bürger an sich?

Dadurch das ein Großteil meiner Familie aus der Nähe kommt, hat Dresden hat für mich immer ein Gefühl von Heimkehr. Und ich liebe die Skyline der Altstadt. Jedesmal wenn ich über die Brücke fahre bekomme ich Gänsehaut.

Was verbindest du mit der queeren Szene und der Partyszene in der Landeshauptstadt?

Wenn ich an Dresden denke, denke ich als erstes an dich. Weißt du noch deine erste Awardverleihung… schlimm!!! Die hab ich moderiert und war bereits um Mitternacht sowas von dicht…

Abschließend: was wünschst du dir für die Queercommunity in Dresden, Deutschland und / oder der ganzen Welt?

Für Dresden wünsche ich mir, dass sich das Augenmerk von Pegida weg verlagert – ihr leidet schon stark darunter. Ansonsten wünsche ich mir, dass die Szene noch stärker zusammenwächst und zwar immer – nicht nur wenn es drauf ankommt. P.S.: Don’t dream it, do it!

CSD Spezial: Destiny Drescher

Der CSD Dresden steht vor der Tür und anlässlich der sHe-Party kommt auch die Wahlberlinerin Destiny Drescher in die Landeshauptstadt. Ich habe mit der Königin der Butter über ihre Performance und ihre Erfahrungen mit der Stadt gesprochen.


Destiny DrescherHallo Destiny, schön, dass du dir Zeit für ein kleines Interview genommen hast. Zuerst wollen wir alle aufklären, die dich noch nicht kennen: wer bist du, was machst du, wofür bist du bekannt?

Mein Name ist Destiny Drescher, ich bin gebürtige Leipzigerin und nun Wahlberlinerin. Bekannt geworden bin ich durch meine Shows, ich bin die Dicke, die tanzen kann. Zumindest soll es so sein. Seit knapp über einem Jahr lege ich nun auch mit vollster Freude Popmusik auf und konnte so noch ein paar mehr Menschen von mir begeistern.

Du spielst im Umfeld des Dresdner Christopher Street Day auf der sHe Party. Was erwartest du von dieser Veranstaltung und worauf freust du dich am meisten?

Obwohl ich eine gebürtige Sächsin bin, war ich noch nie in Dresden feiern. Deswegen freue ich mich einfach auf eine spaßige und gute Partynacht, auf der ich hoffentlich viele neue Leute kennen lernen kann. Und ich freue mich auf Weinschorle.

Was verbindest du mit Dresden im Bezug auf die Stadt und ihre Bürger an sich?

Dresden eine wunderschöne Stadt. Ich bin gerne in Dresden, was nicht zuletzt an ein paar Menschen liegt, die ich da ab und zu besuche.  Zu den Bürgern der Stadt habe ich letztendlich keine große Verbindung, was einfach daran liegt, dass ich zu selten in eurer schönen Stadt bin, um mir darüber ein Urteil bilden zu können. Allerdings muss gesagt werden, dass unbedingt damit aufgehört werden muss, alle Dresdner mit dieser schrecklichen Pegida-Bewegung in Verbindung zu bringen. Ich denke die Dresdner haben mehr bunt, als braun zu bieten.

Was verbindest du mit der queeren Szene und Partyszene in der Landeshauptstadt?

Leider hatte ich noch nicht die Chance, die Partyszene in Dresden kennen zu lernen, deswegen freue ich mich umso mehr, endlich diese Möglichkeit zu bekommen. Ich hoffe es wird mega spaßig und intensiv!

Abschließend: was wünschst du dir für die queere Community in Dresden, Deutschland und / oder der ganzen Welt?

Wenn wir nach außen hin die Forderung nach bedingungsloser Gleichberechtigung stellen, sollten wir erst einmal daran arbeiten, dies in unseren eigenen Reihen zu praktizieren. Es gibt bei uns leider immer noch „Gruppierungen“, die gerne mal zurück gelassen werden. Niemand verlangt, dass man jeden gerne hat, aber dass wir einander voll und ganz akzeptieren und tolerieren. Dass wir alle zusammen stehen können und für eine Sache kämpfen können, haben wir doch schon oft bewiesen. Ansonsten bin ich für: Liebe Liebe Liebe!

CSD Spezial: Jurassica Parka

Zur Eröffnungsparty des diesjährigen CSD in Dresden gibt sich auch Jurassica Parka aus Berlin die Ehre. Worauf sich die Drag Queen auf der Boytox Summer Closing und Pride Opening Party besonders freut und was sie über Dresden denkt? Hier erfahrt ihr es.


Jurassica ParkaHallo Jurassica! Vielen Dank, dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst und mit mirein paar Fragen für die Dresdner Szene erörterst. Zuerst denken wir an alle, die dich vielleicht noch nicht (so gut) kennen: wer bist du, was machst du, wofür kennt man dich oder sollte man dich kennen?

Ich bin Jurassica Parka aus Berlin. Man kennt mich durch meinen YouTube-Kanal, meine Late Night Show „Paillette geht immer“, meine Party „Popkicker“, außerdem moderiere ich jedes Jahr das GNTM Public Viewing, das heißt „Nuttengucken“.… ach und ich habe eine Klatschkolumne im queeren Monatsmagazin Siegessäule, meine Schlachteplatte

Du spielst im Umfeld des Dresdner Christopher Street Day auf der Boytox Gayparty. Was erwartest du von dieser Veranstaltung und worauf freust du dich am meisten?

Bei der Boytox war ich schon öfters, ich liebe die Gisela. Der Club hat eine unheimlich heimelige Atmosphäre, das Publikum ist entspannt. Außerdem sind Nick und Tiffy ganz ganz zauberhafte Gastgeberinnen. Es ist für mich immer wie nach Hause kommen. Ich werde viel Popmusik spielen und Sekt auf Eis trinken. Also alles wie immer. 

Was verbindest du mit Dresden im Bezug auf die Stadt und ihre Bürger an sich?

Also bemerkenswert ist der wieder aufgebaute Stadtkern um die Frauenkirche, das hat immer was von Disneyland. Ansonsten komme ich mit den Sächsinnen sehr gut aus. Mich nervt es immer sehr, wenn Menschen, die kaum Berührungspunkte mit Dresden haben, immer alles nur auf Pegida runterschrauben. Das ist unfair.

Und: was verbindest du mit der queeren Szene und Partyszene in der Landeshauptstadt?

Ich kenne eigentlich nur das Boytox-Publikum. Und das ist herzlich, unkompliziert und fröhlich. Immer wieder eine Freude. Früher wurde ich auch mal zur Gaylaktika gebucht, das macht Herr Weinhold aber seit längerem nicht mehr, keine Ahnung, warum.

Abschließend: was wünschst du dir für die Queercommunity in Dresden, Deutschland und / oder der ganzen Welt?

Ich wünsche mir weniger Hass und weniger Separation. Gerade in Berlin zum Beispiel feiern Lesben und Schwule fast gar nicht zusammen, das finde ich unheimlich schade. Manchmal hab ich das Gefühl, dass das was uns vereint uns auch spaltet. Eigentlich unheimlich. Gerade unter Schwulen entdecke ich immer wieder ziemlich fiesen Frauenhass, ich finde das ziemlich beschissen. 
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